Güterabwägung / Kundenabwerbeverbot als Alternative

Einleitung

Die Güterabwägung beim Konkurrenzverbot beschlägt die Themen:

  • Rechts- und Sozialethik
  • Berufliche Entfaltungsfreiheit
  • Schutz des Unternehmens vor Entziehung ihrer assets bzw. der Kundendaten
    • während des Arbeitsverhältnisses
      • moralisch: (gesetzl. geforderte) Loyalität
      • rechtlich (aus dem Arbeitsvertrag fliessend)
        • Treuepflicht des Arbeitnehmers
    • nachvertraglich
      • moralisch: (vertraglich verabredete) Loyalität
      • rechtlich (zusätzl.schriftl. Abrede notwendig)
        • Konkurrenzverbot
        • Kundenabwerbeverbot
  • Einzelfallgerechtigkeit

Bekanntlich gilt immer der Grundsatz der schonenden und verhältnismässigen Rechtsausübung.

Von der Logik und der Sachgerechtigkeit her könnte aus Sicht der Autoren de lege ferenda differenziert werden:

1. Fabrikations- und Geschäftsgeheimnis

  • Konkurrenzverbot
  • = oft lokales Berufsverbot
  • Geschäftsgeheimnisse lassen sich in der Regel nur über ein Konkurrenzverbot schützen

2. Einblick in den Kundenkreis

  • Kundenabwerbeverbot
  • ≠ Berufsverbot
  • Argumente pro Arbeitgeber
    • Arbeitgeber bezahlt dem Arbeitnehmer Lohn
    • Der Arbeitnehmer soll sich nicht durch „Kundenklau“ zu Lasten der Aufbauarbeit des ehemaligen Arbeitgebers bereichern können
  • Argumente pro Arbeitnehmer
    • Es soll dem Mitarbeiter nicht der Beruf, sondern die Kundenmitnahme verboten bzw. verunmöglicht werden = verhältnismässige Massnahme, damit der Arbeitgeber den nachfolgenden Arbeitnehmer wieder beschäftigen kann bzw. durch den Kundendatenklau das Unternehmen nicht in seiner Existenz gefährdet wird.

Konkurrenzverbot

Kundenabwerbeverbot

Das Kundenabwerbeverbot ist denkbar als:

  • Kundenabwerbeverbot (aktiv)
  • Verbot der Annahme von Kunden des früheren Arbeitgebers (passiv)

Weiterführende Informationen zur Kundenabwerbung

» Personalabwerbung / Kundenabwerbung

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